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Fußballstadien in Westdeutschland schneiden bei Fans gut ab – das Rahmenprogramm und die Stadionshow könnten allerdings noch besser sein

Ergebnisse zur Stadionzufriedenheit aus einer gemeinsamen Studie der Universität Hamburg mit MediaTransfer Netresearch & Consulting

Hamburg, 24. August 2007 – Wie zufrieden sind die Fußball-Fans mit den deutschen Stadien? Wirtschaftswissenschaftler des Instituts für Industriebtriebslehre und Organisation der Universität Hamburg haben in Zusammenarbeit mit dem zu Harris Interactive gehörenden Marktforschungsinstitut MediaTransfer Netresearch & Consulting fünf moderne Bundesliga-Stadien in Nordrhein-Westfalen untersucht. Befragt wurden 573 Besucher des Signal Iduna Parks in Dortmund, der Veltins-Arena in Gelsenkirchen, des RheinEnergieStadions in Köln, der BayArena in Leverkusen und des Borussia-Park Stadions in Mönchengladbach. Die Analyse der Stadionzufriedenheit und deren Treiber erfolgte mit einem innovativen Analyseansatz.

Alle fünf Stadien können die Erwartungen ihrer Besucher in hohem Maße erfüllen. Auf einer Zustimmungsskala von 1 (=sehr schlecht) bis 5 (=sehr gut) erreichen die Vereine mit ihren Arenen einen Durchschnittswert von deutlich über 4. Durchweg zeigt sich auch eine hohe Zufriedenheit mit dem Stadionbesuch. Die meisten waren von ihrem Besuch sogar begeistert und kommen mit großer Wahrscheinlichkeit wieder. Ein Ergebnis der Studie, über das sich alle Vereine freuen können!

Einig sind sich Fans und Fußballinteressierte auch darin, dass der jeweilige Verein ein wichtiges Aushängeschild der Stadt ist. Die Einschätzung der Befragten, ob der Verein attraktiven Spitzensport bietet, hängt dagegen stark vom aktuellen sportlichem Erfolg ab: die Zustimmungswerte schwanken zwischen 4,1 für Schalke 04 (zum Zeitpunkt der Befragung Tabellenerster der 1. Fußball-Bundesliga) und vergleichsweise schlechten 2,2 für den späteren Absteiger Borussia Mönchengladbach.

„Die Ergebnisse der Studie zeigen insgesamt, dass die Stadionbetreiber die Zufriedenheit mit dem Besuch unabhängig vom sportlichen Erfolg des Vereins beeinflussen können. Der zunehmende Event-Charakter eines Stadionsbesuchs wird klar erkannt", sagt Dr. Adriane Hartmann, Leiterin Methodenentwicklung bei MediaTransfer Netresearch & Consulting. Juniorprofessorin Dr. Claudia Höck vom Institut für Industrielles Management der Universität Hamburg ergänzt: „Die Vereine sollten das berücksichtigen und gezielt an den bestehenden Mängeln arbeiten, vor allem wenn sich diese auf die wichtigsten Einflussfaktoren der Besucherzufriedenheit beziehen."

Die Analyse der Bedeutung der einzelnen Einflussbereiche zeigt bei einer übergreifenden Betrachtung die erwartungsgemäß hohe Relevanz der Veranstaltung selbst, daneben sind aber auch die Innengestaltung der Arena und die Gastronomie wesentlich für die Zufriedenheit der Besucher. Eine genauere Analyse dieser Einflussbereiche verdeutlicht, welchen Schlüsselfaktoren von Seiten der Stadionbetreibern besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte: zentrale Treiber der Besucherzufriedenheit der drei wichtigsten Einflussbereiche sind die Atmosphäre im Stadion während der Veranstaltung sowie die Stadionshow bzw. das Rahmenprogramm (Veranstaltung), die Qualität der Speisen und Getränke (Gastronomie) und die Sauberkeit des Stadions (Innengestaltung der Arena).

„Die detaillierte Analyse der einzelnen Stadien zeigt allerdings, dass die Wichtigkeit der Einflussfaktoren keinesfalls in allen Stadien identisch ist.", hebt Dr. Christian Ringle vom Institut für Industrielles Management hervor. „Dabei werden die jeweiligen Problembereiche besonders deutlich."

Auffallend ist vor allem, dass für die Besucher des FC Schalke 04 die Gastronomie der mit Abstand wichtigste Einflussbereich ist, für Fußballanhänger, die das Stadion des 1. FC Köln besuchen, ist die Außengestaltung der Arena von ungewöhnlich hoher Bedeutung.

Auch bei der Zufriedenheit mit den aktuellen Gegebenheiten zeigt die Analyse der individuellen Stadien z. T. deutliche Unterschiede: So ist die BayArena in Leverkusen das Stadion, das im Hinblick auf die Erreichbarkeit mit einem Durchschnittswert von 4,0 am besten abschneidet; vor allem die Stadien in Mönchengladbach und Köln haben hier einen erheblichen Nachholbedarf, was in Köln in erster Linie auf die Parkplatzsituation, in Mönchengladbach hingegen auf die Erreichbarkeit mit dem Pkw und dem öffentlichen Nahverkehr zurückzuführen ist. In der Gastronomie offenbart das RheinEnergieStadion ebenso wie der Signal Iduna Park in Dortmund erhebliche Schwächen: Mittelwerte von 3,0 bzw. 3,2 auf eine Zufriedenheitsskala von 1 bis 5 sind nur mäßig und im Vergleich mit den anderen Arenen deutlich unterdurchschnittlich.

Die BayArena kann ihre Besucher in weiteren Kategorien überzeugen, wie z. B. in Fragen der Sicherheit, bei der Einlasskontrolle oder der Sicht vom Platz aus; in der wichtigen Kategorie „Atmosphäre" schneidet sie allerdings am schlechtesten ab. „Fairerweise muss gesagt werden, dass die BayArena das kleinste der untersuchten Stadien ist. Dies könnte eine Erklärung für die im Stadionvergleich vergleichsweise geringe Durchschnittsbewertung von 3,9 sein", erläutert Ringle. „Vor allem in der Veltins-Arena ist der Wert mit 4,5 deutlich höher."

Der BorussiaPark in Mönchengladbach kann im Stadionvergleich am stärksten in der bedeutungsstarken Kategorie Sauberkeit überzeugen, vor allem die Besucher des Signal Iduna Parks sind hier vergleichsweise unzufrieden, zudem gibt es in Dortmund offenbar erhebliche Mängel bei den sanitären Anlagen. Bei der Stadionshow bzw. dem Rahmenprogramm haben dagegen alle Stadien Schwächen. Offenbar können die Fußballanhänger in keinem Stadion durch das Rahmenprogramm überzeugt werden. „Gerade im Hinblick auf den Event-Charakter eines Fußballspiels müssen die Stadionbetreiber überlegen, wie Sie diesen Punkt verbessern können, um die Besucher früher ins Stadion zu locken", betont Höck und ergänzt: „Die Schwierigkeit dabei ist allerdings, dass die Ansprüche der Besucher vermutlich sehr verschieden sind".

Zur Methode

Die Befragten wurden aus dem deutschen Online Access Panel von MediaTransfer Netresearch & Consulting rekrutiert. Die Auswertungen basieren auf 573 Online-Interviews, die vom 18.4. bis 17.5.2007 durchgeführt wurden. Alle Teilnehmer hatten in der laufenden Saison mindestens ein Fußballspiel in einem der fünf Stadien besucht. Die Auswertung der Untersuchungsergebnisse erfolgte mittels deskriptiver statistischer Analyse, zur Bestimmung der zentralen Einflussfaktoren der Zufriedenheit kam die Partial Least Squares(PLS)-Pfadanalyse zum Einsatz. Das Modell wurde mit SmartPLS 2.0 berechnet, einer am Institut für Industriebetriebslehre und Organisation der Universität Hamburg entwickelten statistischen Anwendungssoftware.

Zur MediaTransfer AG Netresearch & Consulting (Harris Interactive)

Die zur weltweit tätigen Harris Interactive Gruppe gehörende MediaTransfer AG Netresearch & Consulting ist spezialisiert auf Online-Marktforschung. Mit nach strengen Qualitätsstandards geführten Online-Panels bietet das Institut seinen Kunden internationale Marktforschung aus einer Hand. Mit Erfahrung und Flexibilität unterstützt das Hamburger Forschungs- und Beratungsunternehmen Entscheidungen seiner Kunden entlang aller Stufen des Marketingprozesses.
Weitere Informationen erhalten Sie unter http://b2b.mediatransfer.de.

Zum Institut für Industrielles Management

Das Institut für Industrielles Management unter der Leitung von Prof. Dr. K.-W. Hansmann zählt zu den größten Instituten der Universität Hamburg. Forschungsschwerpunkte bilden neben industriebetrieblichen Problemstellungen auch Fragestellungen der Allgemeinen BWL, beispielsweise aus den Bereichen Medienmanagement und Marketing. Der Schwerpunkt der Forschungsarbeit liegt in der Entwicklung von anwenderorientierten Lösungsansätzen. 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

MediaTransfer AG Netresearch & Consulting
Dr. Gwen Kaufmann
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