Atomkraft „nein Danke" – aber Strom aus erneuerbaren
Energien darf nicht mehr kosten
20. Februar 2008 – Hamburg und Rochester, N.Y. – Atomkraft soll nicht
staatlich subventioniert werden, da sind sich die Bewohner von vier der fünf
großen Europäischen Länder (Deutschland, Frankreich, Großbritannien und
Spanien) und der USA einig. Wie die neusten Financial Times/Harris Poll
Ergebnisse belegen, ist diese Ablehnung unter den Deutschen besonders deutlich,
denn zwei Drittel lehnen eine solche Subventionierung ab. Lediglich die
Italiener sind mehrheitlich (62 %) für eine staatliche Subventionierung
von Atomkraft. Die von Harris Interactive durchgeführte Studie zeigt auch, dass
die Einstellungen gegenüber dem Neubau von Atomkraftwerken international sehr
unterschiedlich sind. Mehrheiten in Italien (Zustimmung 58 %) und –
weniger deutlich – den USA (Zustimmung 52 %) befürworten den Bau neuer
Atomkraftwerke. In Großbritannien (Ablehnung 55 %) und Frankreich (Ablehnung
51 %) wird der Neubau von Atomkraftwerken mehrheitlich abgelehnt, besonders
deutlich in Spanien (Ablehnung 68 %) und Deutschland (Ablehnung 64 %).
Doch wie soll die Energie zukünftig erzeugt werden? Dem deutlichen Ausbau
von Windkraftanlagen wird in allen sechs Ländern mit großen Mehrheiten
zugestimmt. Besonders groß ist diese Zustimmung in den USA (92 %), Italien
(91 %) und Spanien (90 %). In Deutschland, wo bereits sehr viele
Windkraftanlagen installiert sind, fällt diese Zustimmung im Vergleich am
schwächsten aus (79 %).
Mehr bezahlen für Energie aus erneuerbaren Ressourcen wollen nur wenige. Die
Mehrheit der für das Bezahlen der Energierechnungen Verantwortlichen in
Großbritannien (54 %) und die Hälfte in Deutschland würde nichts
zusätzlich für Strom aus erneuerbaren Energien zahlen. Von denen, die in allen
Ländern bereit sind, mehr für Strom aus erneuerbaren Energien zu zahlen, ist
die Mehrheit jedoch nur bereit, bis zu 5 % mehr auszugeben. Die Spanier wären
am ehesten bereit, mehr für Strom aus erneuerbaren Energien auszugeben - hier
lehnt es nur gut ein Drittel (35 %) vollkommen ab, mehr zu bezahlen. Wird die
Frage nach der Mehrzahlungsbereitschaft für erneuerbare Energien in Euro, Pfund
bzw. Dollar spezifiziert, so sind die Reaktionen noch negativer. Über zwei
Drittel der Deutschen, Franzosen und US-Amerikaner, drei von fünf Spaniern und
auch über die Hälfte der Italiener, die für das Zahlen der Energierechnungen
im Haushalt verantwortlich sind, sind nicht bereit, den von der EU-Kommission
geschätzten zusätzlichen monatlichen Betrag von 150 € (£110 bzw. $220) für
die Reduzierung der Emission von Treibhausgasen und für mehr erneuerbare
Energien zu bezahlen.
Einig sind sich die Befragten aller sechs Länder hinsichtlich der
Einschätzung von Russland als Energielieferanten. Mindestens zwei Drittel der
Befragten in allen sechs Ländern würde es generell eher missfallen, Gas und/oder
Strom von einer russischen Firma zu beziehen. Allerdings ist diese Ablehnung
eher eine Tendenz, da der Bezug von Energie von einem russischen Unternehmen der
Mehrheit eher missfallen als gefallen würde, nur ein geringer Anteil würde
dies vollkommen ablehnen. Auch die Zuverlässigkeit Russlands in der
Energieversorgung wird deutlich bezweifelt. Die Mehrheit in allen sechs Ländern
sieht Russland als einen eher unzuverlässigen Energielieferanten an, wenngleich
auch nicht vollkommen unzuverlässig. Die Italiener sind sich in dieser Frage am
wenigsten einig, da nur knapp über die Hälfte (54 %) Russland als
unzuverlässigen Energielieferanten einstuft, etwas weniger als die Hälfte
(46 %) Russland hingegen für zuverlässig halten.
Methodologie
Dieser FT/Harris Poll wurde online von Harris Interactive durchgeführt.
Befragt wurden 6.448 Erwachsene (16 – 64 Jahre) in Deutschland (1.111),
Frankreich (1.076), Großbritannien (1.087), Spanien (1.109) und den USA (1.020)
und Personen (18 – 64 Jahre) in Italien (1.045) zwischen dem 30. Januar und 8.
Februar 2008. Die Angaben wurden nach Alter, Geschlecht, Ausbildung, Region und
Internetnutzung gewichtet, um sie der allgemeinen Bevölkerungsstruktur
anzugleichen. Dazu wurde das Propensity-Score-Weighting angewendet, das die
Wahrscheinlichkeit, mit der die Befragten Onliner sind, angemessen
berücksichtigt.
Die ungewichteten Basen der Studie sind: Gesamt (6.448), Deutschland
(1.111), Frankreich (1.076), Großbritannien (1.087), Italien (1.045), Spanien
(1.109) und USA (1.020).
Die gewichteten Basen der Studie sind: Gesamt (6.447), Deutschland
(1.111), Frankreich (1.076), Großbritannien (1.087), Italien (1.045), Spanien
(1.109) und USA (1.020).
Alle Stichproben und Befragungen, gleichgültig ob auf der Basis einer
Zufallsstichprobe oder nicht, unterliegen mehreren möglichen Fehlerquellen, die
meist nicht korrigiert oder eingeschätzt werden können. Diese können
Stichprobenfehler, Abdeckungsfehler, Fehler im Zusammenhang mit unbeantworteten
Fragen, Fehler der Fragestellung, der Antwortoptionen und der Gewichtung nach
Abschluss der Befragung beinhalten. Harris Interactive vermeidet daher den
Ausdruck „Fehlergröße", da dieser sich als irreführend erweisen kann.
Es ist lediglich möglich, verschiedene mögliche Stichprobenfehler mit
verschiedenen Wahrscheinlichkeiten für reine, ungewichtete Zufallsstichproben
mit einer 100%igen Beantwortungsrate zu errechnen. Dies ist jedoch nur
theoretisch möglich, da Befragungen, gleich welcher Art, dieses Ideal niemals
erreichen.
Die für die Umfrage befragten Personen wurden aus solchen Personen
ausgewählt, die einer Befragung durch Harris Interactive zugestimmt haben. Alle
Daten wurden gewichtet, um die Zusammenstellung der erwachsenen Bevölkerung der
jeweiligen Länder zu reflektieren. Datentabellen sind auf Anfrage erhältlich.
Diese Stellungnahme entspricht den Veröffentlichungsprinzipen des National
Council on Public Polls und des British Polling Council.
Über Harris Interactive
Harris Interactive ist eines der wachstumsstärksten und größten
Marktforschungsunternehmen der Welt. Das Unternehmen hilft seinen Kunden dabei,
durch innovative Forschung, detailliertes Branchenwissen und strategische
Beratung wohlbegründete Entscheidungen zu treffen, die zu einer messbaren und
nachhaltigen Leistungssteigerung führen. Harris Interactive ist für The
Harris Poll und seine Vorreiterposition bei Methoden der Online-Marktforschung
weithin bekannt. Das Unternehmen sieht sich als Betreiber des weltweit größten
Panels von Umfrageteilnehmern, der Harris Poll Online. Harris Interactive
bedient Kunden in aller Welt über Niederlassungen in Nordamerika, Europa und
Asien, sowie ein globales Netz unabhängiger Marktforschungsunternehmen. Für
weitere Informationen über Harris Interactive besuchen Sie uns bitte unter
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