Müssen Regierungen und Unternehmen mehr für die Umwelt
tun?
Im europäischen Vergleich sind Deutsche und ihre Arbeitgeber
am umweltbewusstesten – Großbritannien und die USA bleiben hinter
mitteleuropäischen Ländern zurück.
HAMBURG und LONDON – 10. März, 2008 –Unternehmen müssen sich
heutzutage vielen Herausforderungen stellen, u. a. müssen sie sicherstellen,
dass sie ihrer Verantwortung für die Umwelt gerecht werden. Es scheint, dass
deutsche Unternehmen hinsichtlich der Kommunikation von „grünen", d. h.
umweltbewussten, Aktivitäten das Tempo angeben: 43 % der deutschen Arbeitnehmer
betrachten ihren Arbeitgeber als „grün". Im Vergleich sind es in Italien
nur 30 %, in Spanien 28 %, 21 % in Großbritannien und den USA und nur 19 % in
Frankreich. Mit 41 % ist auch mehr Deutschen bewusst, dass ihr Arbeitgeber eine
körperschaftliche Verantwortung für Umweltbelange hat, im Vergleich zu 32 %
der Arbeitskräfte in Großbritannien und 30 % der französischen, italienischen
und spanischen Befragten.
Dies sind einige der Ergebnisse einer neuen Online-Studie, die von Harris
Interactive in fünf Europäischen Ländern und den USA durchgeführt wurde.
Befragt wurden 1.114 Deutsche, 1.075 Franzosen, 1.117 Briten, 1.076 Spanier und
1.108 US-Amerikaner zwischen 16 und 64 Jahren und 1.100 Italiener im Alter von
18 bis 64 Jahren.
Bewusstsein für Umweltthemen schaffen ja – aber nicht übertreiben
Die Studienergebnisse sollten Unternehmen, die zu offensiv mit ihren „grünen"
Aktivitäten hausieren gehen, eine Warnung sein: Fast die Hälfte (49 %) der
Befragten in Großbritannien und ein Drittel in den anderen befragten Ländern
gaben an, dass sie Unternehmen, die zu offensiv mit ihren grünen Referenzen
werben, misstrauisch gegenüber stehen (Deutschland 37 %, Frankreich 36 %,
Spanien 33 %, Italien 30 %, USA 30%). Jedoch könnten Unternehmen, die
erfolgreich mit ihren umweltfreundlichen Aktivitäten werben, kommerziellen
Vorteil daraus ziehen. Es besteht durchaus die Bereitschaft, mehr Geld für „grüne"
Produkte und Dienstleistungen zu bezahlen. In Italien sind 57 % bereit etwas
mehr zu bezahlen, gefolgt von Frankreich mit fast der Hälfte (46 %) und den
anderen Ländern mit ähnlichen Ergebnissen (USA 43 %, Deutschland 42 %, Spanien
41 %, Großbritannien 37 %).
Klimawandel
Französische Teilnehmer zeigten bezüglich des Klimawandels den größten
Grad an Besorgnis. Die deutlich Mehrheit von 90 % gab an, besorgt zu sein,
gefolgt von Spanien (88 %) und Italien (81 %). Allerdings gibt es in diesen
Ländern noch dringlichere Angelegenheiten wie Umweltverschmutzung (92 %) und
das Bildungswesen (91 %) in Spanien und Kriminalität (90 %), die
Wirtschaftslage (87 %) und Umweltverschmutzung (85 %) in Italien. Bei den
Deutschen steht die Besorgnis über den Klimawandel mit 73 % an zweiter Stelle
hinter den Bildungsstandards (77 %). Demgegenüber steht der Klimawandel in den
USA nur an vorletzter Stelle der Themen die Grund zur Besorgnis geben in
Großbritannien an viertletzter Stelle, auch wenn der Anteil an besorgten
Teilnehmern in den USA und Großbritannien ziemlich ähnlich ist (USA 70 %,
Großbritannien 68 %).
Wie sollte der Klimawandel angegangen werden?
Die Befragten in allen Ländern stimmten zu, dass Umweltfragen auf globaler
Ebene in Angriff genommen werden müssten (mindestens je 79 % Zustimmung in
allen Ländern) und dass Regierungen, Unternehmen und Verbraucher gemeinsam
dafür verantwortlich seien, den Klimawandel aktiv zu bekämpfen (jeweils über
70 % Zustimmung). Janet Blackburn, Research Director bei Harris Interactive,
erklärte: ,,Viele Befragte sind der Auffassung, dass Unternehmen ihre
Bemühungen zur Lösung von Umweltproblemen intensivieren könnten. In
Deutschland war nur jeder 10. Umfrageteilnehmer der Ansicht, dass die
Unternehmen sich mit voller Kraft dafür einsetzen, Umweltprobleme zu beheben.
In den anderen Ländern waren die Prozentzahlen nur wenig höher (USA 18 %,
Großbritannien 14 %, Frankreich und Italien 13 %, Spanien 12 %)."
Wer hält sich für grün?
Der Anteil der Befragten, der sich selbst als „grün" bezeichnet (äußerst
grün, sehr grün oder grün) ist in den USA und Großbritannien deutlich
niedriger als in den anderen Ländern. Weniger als die Hälfte der Personen in
Großbritannien (47 %) und nur 37 % der Teilnehmer in den USA betrachten sich
selbst als „grün". Im Gegensatz dazu halten sich 70 % der deutschen
Teilnehmer für grün, gefolgt von Italien (65 %), Spanien (60 %) und Frankreich
(59 %). Bezüglich des an den Tag gelegten umweltfreundlichen Verhaltens war
Recycling in allen aufgeführten Ländern die am meisten verbreitete grüne
Aktivität.
Methodik
Diese Studie wurde online von Harris Interactive durchgeführt. Befragt
wurden 6.590 Erwachsene (16 – 64 Jahre) in Deutschland (1.114), Frankreich
(1.075), Großbritannien (1.117), Spanien (1.076) und den USA (1.108) und
Personen (18 – 64 Jahre) in Italien (1.100) zwischen dem 1. und 14. November
2007. Die Angaben wurden nach Alter, Geschlecht, Ausbildung, Region und
Internetnutzung wo notwendig gewichtet, um sie der allgemeinen
Bevölkerungsstruktur anzugleichen. Dazu wurde das Propensity-Score-Weighting
angewendet, das die Wahrscheinlichkeit, mit der die Befragten Onliner sind,
angemessen berücksichtigt.
Alle Stichproben und Befragungen, gleichgültig ob auf der Basis einer
Zufallsstichprobe oder nicht, unterliegen mehreren möglichen Fehlerquellen, die
meist nicht korrigiert oder eingeschätzt werden können. Diese können
Stichprobenfehler, Abdeckungsfehler, Fehler im Zusammenhang mit unbeantworteten
Fragen, Fehler der Fragestellung, der Antwortoptionen und der Gewichtung nach
Abschluss der Befragung beinhalten. Harris Interactive vermeidet daher den
Ausdruck „Fehlergröße", da dieser sich als irreführend erweisen kann.
Es ist lediglich möglich, verschiedene mögliche Stichprobenfehler mit
verschiedenen Wahrscheinlichkeiten für reine, ungewichtete Zufallsstichproben
mit einer 100%igen Beantwortungsrate zu errechnen. Dies ist jedoch nur
theoretisch möglich, da Befragungen, gleich welcher Art, dieses Ideal niemals
erreichen.
Die für die Umfrage befragten Personen wurden aus solchen Personen
ausgewählt, die einer Befragung durch Harris Interactive zugestimmt haben. Alle
Daten wurden gewichtet, um die Zusammenstellung der erwachsenen Bevölkerung der
jeweiligen Länder zu reflektieren. Datentabellen sind auf Anfrage erhältlich.
Diese Stellungnahme entspricht den Veröffentlichungsprinzipen des National
Council on Public Polls und des British Polling Council.
Über Harris Interactive
Harris Interactive ist eines der wachstumsstärksten und größten
Marktforschungsunternehmen der Welt. Das Unternehmen hilft seinen Kunden dabei,
durch innovative Forschung, detailliertes Branchenwissen und strategische
Beratung wohlbegründete Entscheidungen zu treffen, die zu einer messbaren und
nachhaltigen Leistungssteigerung führen. Harris Interactive ist für The
Harris Poll und seine Vorreiterposition bei Methoden der Online-Marktforschung
weithin bekannt. Das Unternehmen sieht sich als Betreiber des weltweit größten
Panels von Umfrageteilnehmern, der Harris Poll Online. Harris Interactive
bedient Kunden in aller Welt über Niederlassungen in Nordamerika, Europa und
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