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Umfrage: Kluft zwischen Arm und Reich wird sich weiter vertiefen – 64 Prozent der Deutschen für „Reichensteuer“

21. Mai 2008 – Hamburg und London – Eine große Mehrheit der Bevölkerung glaubt, dass sich die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland künftig weiter vertiefen wird. 89 Prozent sind dieser Ansicht, ergab eine aktuelle Umfrage der Financial Times /Harris Interactive. Auch die Franzosen (85 Prozent), Engländer (78 Prozent), Italiener (76 Prozent) und Spanier (75 Prozent) erwarten, dass die Einkommensunterschiede in den jeweiligen Ländern in den nächsten fünf Jahren noch zunehmen werden. In den USA befürchten 74 Prozent eine wachsende soziale Schieflage und in Japan 81 Prozent. Nur in China ist man etwas optimistischer: Dort glaubt fast jeder Dritte, dass die Ärmeren künftig von der Wirtschaftskraft stärker oder zumindest wie bisher profitieren werden. Übereinstimmend und weltweit ist der Ruf nach einer gerechteren Besteuerung.

Die Mehrheit spricht sich dafür aus, die Reichen stärker – und die Armen weniger zu besteuern. Befragt wurden jeweils mehr als 1.000 Bürger der fünf großen europäischen Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und den USA, Japan und China. Zu den größten Befürwortern einer „Reichensteuer“ gehören Japan (77 Prozent), Spanien (65 Prozent) und Deutschland (64 Prozent). Für eine steuerliche Entlastung der Ärmeren sprachen sich vor allem China (90 Prozent), Italien (86 Prozent) und Deutschland (83 Prozent) aus. Die Bürger der anderen befragten Länder waren mehrheitlich ebenfalls für diese Maßnahme.

Uneinheitlich sind die Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung der Immobilienpreise. Während 40 Prozent der Deutschen glauben, dass die Preise für Wohneigentum steigen werden oder aber stabil bleiben (28 Prozent), rechnen 55 Prozent der Engländer, 48 Prozent der Spanier und 47 Prozent der Amerikaner mit sinkenden Immobilienpreisen. Uneinigkeit besteht in der Frage, ob und inwieweit der Staat in den Immobilienmarkt eingreifen sollte.



Vollständige Daten

http://www.harrisinteractive.com/news/FTHarrisPoll/HI_FinancialTimes_HarrisPoll_May2008.pdf



Methodologie

Dieser FT/Harris Poll wurde online von Harris Interactive durchgeführt. Befragt wurden 8.748 Erwachsene (16 – 64 Jahre) in Deutschland (1.106), Frankreich (1.288), Großbritannien (1.088), Spanien (1.120) und den USA (1.046) und Personen (18 – 64 Jahre) in Italien (1.087) und Japan (1.002) und Erwachsene (18-60 Jahre) in China (1.011) zwischen dem 30. April und 14. Mai 2008. Die Angaben wurden nach Alter, Geschlecht, Ausbildung, Region und Internetnutzung gewichtet, um sie der allgemeinen Bevölkerungsstruktur anzugleichen. Dazu wurde das Propensity-Score-Weighting angewendet, das die Wahrscheinlichkeit, mit der die Befragten Onliner sind, angemessen berücksichtigt.



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