Kunden fühlen sich von Banken "ausgebeutet" – Vertrauen in Finanzmärkte schwindet
Die meisten Kunden fühlen sich von ihren Banken eher ausgenommen als gut beraten.
Paris und Hamburg – 4. Juli 2008
– Besonders groß ist diese Unzufriedenheit bei den Europäern, insbesondere den Italienern und den Briten. Während sich in Deutschland 37 Prozent der Befragten von den Banken „ausgebeutet“ fühlen, sind in Italien 57 Prozent und in Großbritannien 50 Prozent dieser Ansicht. Wie eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsunternehmens Harris Interactive in Kooperation mit France 24 und der International Harald Tribune ergab, sorgt sich jeder zweite Befragte sehr oder zumindest ein wenig um die Sicherheit seines bei Banken angelegten Kapitals. Befragt wurden jeweils mehr als 1.000 Bürger der fünf großen europäischen Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien sowie den USA.
Gleichzeitig besteht große Ratlosigkeit in Fragen, die das Finanzsystem betreffen. Besonders die Deutschen sind sich unsicher darüber, ob der Staat mehr Einfluss auf die Finanzwirtschaft nehmen oder sie eher den Regulierungskräften des Marktes überlassen sollte. Jeder Zehnte meint, der Staat sollte mehr eingreifen, jeder Sechste ist für weniger staatlichen Einfluss – 66 Prozent sind unsicher. Franzosen, Italiener und Spanier sind indessen mehrheitlich für eine stärkere Regulierung durch die Regierung.
Das Vertrauen in die Stabilität der Finanzmärkte schwindet: Die meisten Bürger der befragten Länder sind sich nicht sicher, ob es möglicherweise noch einmal zu einem Finanzcrash in der Größenordnung des „Schwarzen Freitag“ von 1929 kommen könnte. Allerdings schließt auch nur jeder Zehnte diese Möglichkeit vollkommen aus – in Spanien immerhin jeder Sechste und in den USA jeder Fünfte. Jeder fünfte Deutsche hält es sogar für möglich, dass es bereits innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre zu einem Finanzkollaps kommen könnte.
Wie die Umfrage weiter zeigt, halten Deutsche, Italiener und Spanier den Euro für die weltweit maßgebliche und stabilste Währung, während Franzosen, Briten und Amerikaner diese Rolle eher dem US-Dollar zuschreiben. Bei den Amerikanern allerdings nicht so ausgeprägt, wie zu erwarten wäre: 40 Prozent sprachen sich für den US-Dollar als Leitwährung aus; aber immerhin bereits fast jeder Dritte (31 Prozent) sieht den Euro in dieser Position.
Hier erhalten Sie die komplette Umfrage
Methodik
Diese Harris Interactive/France 24/International Harald Tribune-Umfrage wurde online von Harris Interactive durchgeführt. Befragt wurden 6.735 Erwachsene (16 – 64 Jahre) in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und den USA und Personen (18 – 64 Jahre) in Italien zwischen dem 30. April und 14. Mai 2008. Die Angaben wurden nach Alter, Geschlecht, Ausbildung, Region und Internetnutzung gewichtet, um sie der allgemeinen Bevölkerungsstruktur anzugleichen. Dazu wurde das Propensity-Score-Weighting angewendet, das die Wahrscheinlichkeit, mit der die Befragten Onliner sind, angemessen berücksichtigt.
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