Immobilienkrise weitet sich aus - Hausbesitzer alarmiert
Hamburg und London – 23. Juli 2008 – Die US-Immobilenkrise führt zunehmend zu Sorge und Verunsicherung unter europäischen Eigenheimbesitzern. In Deutschland hat inzwischen jeder Dritte Angst davor, Haus oder Wohnung zu verlieren, falls Hypothekenzinsen oder Mieten nicht pünktlich bezahlt werden können. In Spanien, wo erst kürzlich der spanische Immobilienkonzern Martinsa-Fadesa Insolvenz anmeldete, bangen sogar 60 Prozent um Besitz und Obdach. Das ergab die aktuelle Monats-Umfrage der Financial Times / Harris Interactive, für die Bürger der fünf großen europäischen Länder Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und den USA zwischen dem 2. und 14. Juli befragt wurden.
Diese Sorge ist unterschiedlich stark ausgeprägt. In Deutschland, wo der Umfrage zufolge 90 Prozent der Immobilienbesitzer feste Kreditzinssätze haben, zeigten sich 14 Prozent sehr oder ziemlich beunruhigt, 24 Prozent zumindest ein bisschen. In Spanien, wo 80 Prozent zu variablen Zinssätzen abgeschlossen haben, sorgen sich 27 Prozent sehr um ihre Kreditraten, 33 Prozent ein bisschen. Allerdings gaben auch 62 Prozent der Deutschen, 67 Prozent der Franzosen, 55 Prozent der Engländer und Italiener, 39 Prozent der Spanier und 61 Prozent der Amerikaner an, sich von der Krise am Immobilien- und Finanzmarkt gar nicht betroffen zu fühlen.
Grundsätzlich sind die meisten Befragten von der Wertstabilität ihrer Immobilie überzeugt und denken, dass die Preise mittelfristig eher noch steigen werden. Deutsche rechnen etwas konservativer – jeder Zweite geht eher von gleich bleibenden Werten aus. Für die meisten Haus- und Wohnungsbesitzer ist ihre Immobile zudem „a place to live“ und nicht in erster Linie ein Investment. Besonders ausgeprägt ist dieses Denken mit 90 Prozent bei den Briten, dicht gefolgt von den Deutschen mit 89 Prozent. Wobei in Großbritannien demnach fast jeder Zweite (47 Prozent) eine Immobilie besitzt, in Spanien 56 Prozent und in Deutschland laut Umfrage noch nicht einmal jeder Dritte (30 Prozent).
Auch wenn das eigene Heim den Deutschen in erster Line der Lebensqualität dient, stellt es für die meisten (74 Prozent) gleichzeitig einen Großteil ihrer Altersvorsorge dar. Für die Mehrzahl der Befragten der anderen Länder spielt die Sicherheit der eigenen vier Wände im Alter nur eine untergeordnete Rolle.
Ausgerechnet in den USA sind die meisten (58 Prozent) der Ansicht, der Staat sollte nur einen gewissen Einfluss auf den Immobilienmarkt nehmen, jeder Vierte meint sogar, die Regierung sollte sich ganz raushalten. Die Deutschen sind mit 49 Prozent für eine leichte Regulierung, während Franzosen, Italiener und Spanier möchten, dass der Staat die Kontrolle übernimmt.
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Methodik
Dieser FT / Harris Poll wurde online von Harris Interactive durchgeführt. Befragt wurden 6.220 Erwachsene (16 – 64 Jahre) in Deutschland (992), Frankreich (1.073), Großbritannien (1.075), Spanien (1.014) und den USA (1.053) und Personen (18 – 64 Jahre) in Italien (1.013) zwischen dem 2. und 14. Juli 2008. Die Angaben wurden nach Alter, Geschlecht, Ausbildung, Region und Internetnutzung gewichtet, um sie der allgemeinen Bevölkerungsstruktur anzugleichen. Dazu wurde das Propensity-Score-Weighting angewendet, das die Wahrscheinlichkeit, mit der die Befragten Onliner sind, angemessen berücksichtigt.
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