Umfrage kurz vor Beginn der Olympischen Spiele:
Angst vor Chinas Wirtschaftsmacht? Mehrheit wünscht sich distanziertes Verhältnis
Hamburg und Paris – 01. August 2008 – Die Mehrheit der Europäer und der Amerikaner sieht in China eher eine wirtschaftliche „Bedrohung“ als eine politisch-militärische Gefahr. Die meisten sind daher gegen einen Ausbau der ökonomischen Beziehungen. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsunternehmens Harris Interactive in Kooperation mit France 24 und der International Harald Tribune. Befragt wurden jeweils mehr als 1.000 Bürger der fünf großen europäischen Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien sowie den USA zwischen dem 2. und 14. Juli 2008.
Obwohl Chinas Militärausgaben steigen, sind die meisten Befragten in dieser Hinsicht nicht beunruhigt – den meisten gilt das Land weder als Freund noch als Feind, ergab die Umfrage. Das sagten 60 Prozent der Deutschen, 56 Prozent der Spanier und Franzosen, 58 Prozent der Italiener, 44 Prozent der Briten und 38 Prozent der Amerikaner. Eine militärische „Gefahr“ durch China sehen mit 32 Prozent am ehesten noch die Amerikaner.
Anders bei der Frage nach den ökonomischen Beziehungen. Über die Hälfte der Deutschen (52 Prozent), Franzosen (68 Prozent), Italiener (69 Prozent) und Amerikaner (60 Prozent) sehen in China eine wirtschaftliche „Gefahr“. Vor allem Amerikaner und Italiener möchten die Wirtschaftsbeziehungen zu dem asiatischen Land daher am liebsten reduzieren. Die meisten Deutschen, Briten und Franzosen möchten es beim gegenwärtigen Status Quo belassen und die Beziehungen weder abbauen noch verstärken.
Gespalten sind die Europäer in der Frage, ob China ein guter Austragungsort für die Olympischen Spiele 2008 ist. Deutsche und Franzosen finden es mehrheitlich nicht gut, dass die Olympischen Spiele in diesem Jahr in China stattfinden. Die meisten Briten zeigten sich unentschlossen, während Italiener, Spanier und Amerikaner es gut oder zum Teil sogar sehr gut finden. Eine deutliche Mehrheit der Befragten aller sechs Länder sind dafür, dass ihre jeweiligen Regierungen es den Sportlern frei stellen sollten, ihre eigene politische Meinung während der Olympischen Spiele auch öffentlich zu äußern. Viele Bürger sprachen sich auch für einen politischen Boykott aus. Jeder fünfte Deutsche und jeder dritte Amerikaner wünscht sich hingegen eine Olympiade ohne Statements, Proteste oder Boykott.
Hier erhalten Sie die komplette Umfrage
Methodik
Diese Harris Interactive/France 24/ International Harald Tribune – Umfrage wurde online von Harris Interactive durchgeführt. Befragt wurden 6.620 Erwachsene (16 – 64 Jahre) in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und den USA und Personen (18 – 64 Jahre) in Italien zwischen dem 2. und 14. Juli 2008. Die Angaben wurden nach Alter, Geschlecht, Ausbildung, Region und Internetnutzung gewichtet, um sie der allgemeinen Bevölkerungsstruktur anzugleichen. Dazu wurde das Propensity-Score-Weighting angewendet, das die Wahrscheinlichkeit, mit der die Befragten Onliner sind, angemessen berücksichtigt.
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