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Georgienkonflikt weckt Befürchtungen um Sicherheit und Stabilität in Europa – Deutsche vertrauen auf Obama

25. September 2008 – Hamburg und Rochester, N.Y. – 82 Prozent der Deutschen sehen durch das militärische Eingreifen Russlands in Georgien Sicherheit und Stabilität in Europa gefährdet. Fast jeder Zweite (45 Prozent) ist deshalb dafür, dass die EU die wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen zu Russland auf dem derzeitigen Stand einfriert, jeder Dritte möchte den Austausch mit Moskau sogar eher noch reduzieren. Das ergab die Monats-Umfrage der Financial Times / Harris Interactive, für die jeweils mehr als 1000 Bürger der fünf großen europäischen Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und den USA zwischen dem 3. und 15. September befragt wurden.

In Frankreich und Amerika ist die Russland-Skepsis noch stärker als in Deutschland: Jeder Zweite will Austausch und Dialog mit Moskau zurückfahren. Dagegen sind Briten und Italiener mehrheitlich dafür, die Beziehungen auf dem derzeitigen Status quo zu belassen. Bei den Überlegungen des Westens, wie angemessen auf die Militäraktionen Moskaus reagiert werden kann, sollte die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen möglichst keine Rolle spielen - meinen 28 Prozent der Deutschen. 71 Prozent sehen darin allerdings sehr wohl einen bedeutsamen Faktor, auch in den anderen befragten Ländern sehen die Bürger durch die Öl- und Gaslieferungen Russlands mehrheitlich die Sanktionsmöglichkeiten deutlich eingeschränkt.

Selbst wenn der Kaukasuskonflikt die europäische Sicherheit gefährdet, wollen 73 Prozent der Deutschen nicht, dass die EU mehr für Verteidigung ausgibt und dafür weniger für Gesundheit und soziale Sicherheit. Das wird mehrheitlich auch in den anderen befragten Ländern so gesehen. Etwas uneindeutiger fällt hingegen die Antwort der Amerikaner aus. Nur jeder Dritte (37 Prozent) ist gegen eine Erhöhung der Militärausgaben, jeder Fünfte (21 Prozent) dafür – selbst zu Lasten der Sozialausgaben.

Große Hoffnungen ruhen auf dem nächsten Präsidenten der USA. 57 Prozent der Deutschen glauben, dass der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama die europäischen Interessen vor dem Hintergrund der Spannungen im Verhältnis zu Russland besser vertreten würde. Auch 64 Prozent der Franzosen, 59 Prozent der Spanier, 48 Prozent der Italiener und 41 Prozent der Briten sind dieser Ansicht. Anders in den USA selbst: dort halten nur 37 Prozent Obama in dieser Hinsicht für besser geeignet, während 41 Prozent glauben, dass der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain eher in der Lage wäre, Russland in die Schranken zu weisen.

Die komplette Umfrage erhalten Sie unter:
http://www.harrisinteractive.com/news/FTHarrisPoll/HI_FinancialTimes_HarrisPoll_September2008.pdf


Methodologie

Dieser FT/Harris Poll wurde online von Harris Interactive durchgeführt. Befragt wurden 6.313 Erwachsene (16 – 64 Jahre) in Deutschland (1.042), Frankreich (1.064), Großbritannien (1.052), Spanien (1.009) und den USA (1.005) und Personen (18 – 64 Jahre) in Italien (1.141) zwischen dem 3. und 15. September. Die Angaben wurden nach Alter, Geschlecht, Ausbildung, Region und Internetnutzung gewichtet, um sie der allgemeinen Bevölkerungsstruktur anzugleichen. Dazu wurde das Propensity-Score-Weighting angewendet, das die Wahrscheinlichkeit, mit der die Befragten Onliner sind, angemessen berücksichtigt.

Die ungewichteten Basen der Studie sind: Gesamt (6.313), Deutschland (1.042), Frankreich (1.064), Großbritannien (1.052), Italien (1.141), Spanien (1.009), und USA (1.005). Die gewichteten Basen der Studie sind: Gesamt (6.313), Deutschland (1.042), Frankreich (1.064), Großbritannien (1.052), Italien (1.141) Spanien (1.009) und USA (1.005).

Alle Stichproben und Befragungen, gleichgültig ob auf der Basis einer Zufallsstichprobe oder nicht, unterliegen mehreren möglichen Fehlerquellen, die meist nicht korrigiert oder eingeschätzt werden können. Diese können Stichprobenfehler, Abdeckungsfehler, Fehler im Zusammenhang mit unbeantworteten Fragen, Fehler der Fragestellung, der Antwortoptionen und der Gewichtung nach Abschluss der Befragung beinhalten. Harris Interactive vermeidet daher den Ausdruck „Fehlergröße“, da dieser sich als irreführend erweisen kann. Es ist lediglich möglich, verschiedene mögliche Stichprobenfehler mit verschiedenen Wahrscheinlichkeiten für reine, ungewichtete Zufallsstichproben mit einer 100%igen Beantwortungsrate zu errechnen. Dies ist jedoch nur theoretisch möglich, da Befragungen, gleich welcher Art, dieses Ideal niemals erreichen.

Die für die Umfrage befragten Personen wurden aus solchen Personen ausgewählt, die einer Befragung durch Harris Interactive zugestimmt haben. Alle Daten wurden gewichtet, um die Zusammenstellung der erwachsenen Bevölkerung der jeweiligen Länder zu reflektieren. Datentabellen sind auf Anfrage erhältlich. Diese Stellungnahme entspricht den Veröffentlichungsprinzipen des National Council on Public Polls und des British Polling Council.


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