Umfrage: Großes Interesse an US-Wahl in Deutschland - Europäer wollen Obama - Hohe Erwartungen
Hamburg und Paris - 28. Oktober 2008 - Die Deutschen werden die US-Wahl in den kommenden heißen Tagen besonders aufmerksam verfolgen. Fast jeder Zweite (44 Prozent) interessiert sich sehr für das Votum der Amerikaner, weitere 41 Prozent zumindest ein bisschen. Das ist hoch - verglichen mit anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien. Dort zeigt sich nicht einmal jeder Dritte sehr interessiert und mindestens jeder Vierte gar nicht, wie eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Harris Interactive in Kooperation mit France 24 und der International Harald Tribune ergab. Ginge es nach dem Willen der Europäer, hieße der nächste Präsident der USA Barak Obama. Ihm trauen sie weitaus mehr zu, Lösungen für die globalen Probleme zu finden als seinem Konkurrenten John McCain. Befragt wurden jeweils mehr als 1.000 Bürger der fünf großen europäischen Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien sowie den USA.
Aber auch bei den Amerikanern selbst zeichnete sich in der Umfrage zwischen dem 1. und 13. Oktober eine Mehrheit für den Präsidentschaftskandidaten der Demokraten ab. Zwei Bereiche könnten Obama allerdings zum Verhängnis werden, da hier nach Ansicht der amerikanischen Bevölkerung der Republikaner John McCain die größeren Kompetenzen hat: in der internationalen Sicherheitspolitik und der Terrorismusbekämpfung.
Deutschland ist und bleibt Obama-Land: Mehr als Zweidrittel (72 Prozent) wünschen sich den Demokraten als nächsten US-Präsidenten, nur fünf Prozent können sich für McCain begeistern. Euphorischere Obama-Anhänger als die Deutschen sind nur noch die Franzosen mit 78 Prozent. Bei den wahlentscheidenden Amerikanern sind 42 Prozent für Obama, 32 Prozent für McCain. So zynisch es klingt, aber vor allem eine erhöhte terroristische Bedrohung könnte McCain weitere Stimmen einbringen, denn 39 Prozent der Amerikaner vertrauen in dieser Hinsicht eher auf eine funktionierende Gefahrenabwehr John McCains (Obama: 21 Prozent). Die Entscheidung für Sarah Palin als Vizepräsidenten-Kandidatin finden 40 Prozent der Amerikaner gut, aber 55 Prozent schlecht. Insgesamt sind vor allem McCains größere Erfahrung und die konservativen Werte, die er verkörpert, Pluspunkte auf seinem Konto.
Doch damit hört es auch schon auf. Auf allen anderen Kompetenzfeldern hat Barak Obama sowohl bei den Europäern als auch den US-Wählern die Nase vorn. So traut die Mehrheit der Befragten ihm eher eine Lösung der Konflikte in Afghanistan und Irak zu. Ihm wird auch die größere wirtschaftliche Kompetenz zur Bewältigung der internationalen Finanzkrise zugeschrieben - und was den Europäern besonders am Herzen liegt: sie erhoffen von ihm eine bessere Zusammenarbeit beim Klimaschutz. So kann Obama einen - wenn nicht sogar entscheidenden Wahl-Vorteil für sich verbuchen: Für etwa jeden Zweiten steht er wie kein anderer für eine Abkehr von der bisherigen Bush-Politik.
Die komplette Umfrage erhalten Sie unter:
http://www.harrisinteractive.fr/news/2008/US_elections_ENG_231008.pdf
Methodik
Diese Harris Interactive/France 24/ International Harald Tribune – Umfrage wurde online von Harris Interactive durchgeführt. Befragt wurden 6.276 Erwachsene (16 – 64 Jahre) in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und den USA und Personen (18 – 64 Jahre) in Italien zwischen dem 1. und 13. Oktober 2008. Die Angaben wurden nach Alter, Geschlecht, Ausbildung, Region und Internetnutzung gewichtet, um sie der allgemeinen Bevölkerungsstruktur anzugleichen. Dazu wurde das Propensity-Score-Weighting angewendet, das die Wahrscheinlichkeit, mit der die Befragten Onliner sind, angemessen berücksichtigt.
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