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Umfrage: Steuersenkungen gegen Wirtschaftskrise - Bürger gegen "Ausreden-Politik" der Regierung

20. November 2008 – Hamburg und Rochester, N.Y. - 76 Prozent der Deutschen halten Steuersenkungen für einen wirkungsvollen Ausweg aus der Wirtschaftskrise. Fast Zweidrittel (73 Prozent) sind für Konjunkturprogramme gegen die Rezession, 80 Prozent sind für staatliche Hilfen für den Mittelstand. Ähnlich äußerten sich auch die Bürger der vier großen europäischen Länder Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien sowie der USA. Fast scheint es, als sei der Bevölkerung jedes Mittel lieber als Nichtstun. Wie die internationale Monats-Umfrage der Financial Times und des Marktforschungsunternehmens Harris Interactive weiter ergab, stehen die Bürger auch mehrheitlich hinter den Stützungsmaßnahmen für die Banken, befürchten aber gleichzeitig, dass die Finanzkrise als Vorwand dafür hinhalten muss, andere wichtige Politikfelder zu vernachlässigen. Befragt wurden mehr als 1.000 Bürger der jeweiligen Länder zwischen dem 29. Oktober und 6. November.

So gibt es nach Ansicht der Befragten neben der Bewältigung der Finanzkrise auch noch andere Brandherde, die entschlossenes Handeln der Regierung erfordern. Genannt wurden in Deutschland vor allem die Bildung (95 Prozent), das Gesundheitssystem (92 Prozent) und die Erderwärmung (87 Prozent). 71 Prozent der Deutschen halten es für wichtig oder sehr wichtig, dass die Bundesregierung in der Klimapolitik eine Führungs- bzw. Vorreiterrolle einnimmt.

Das bisherige Handling der Wirtschaftskrise sowohl der jeweiligen Regierungen als auch der Europäischen Union wird von den meisten Bürgern bestenfalls als mäßig bewertet. Auf die Politiker bezogen ergibt sich für Deutschland ein dreigeteiltes Bild: Ein knappes Drittel (32 Prozent) findet das Krisenmanagement von Angela Merkel (CDU) gut, ein weiteres Drittel (37 Prozent) zufriedenstellend und ein Drittel (32 Prozent) stellen der Kanzlerin ein schlechtes Zeugnis aus.

Auf jeden Fall habe die Finanzkrise die Notwendigkeit einer intensiveren Zusammenarbeit der europäischen Staaten gezeigt, meinen 50 Prozent der Deutschen, 60 Prozent der Italiener, 56 Prozent der Spanier, 50 Prozent der Franzosen und 39 Prozent der Engländer. 47 Prozent der Amerikaner finden, die USA und Europa sollten künftig enger zusammenarbeiten.

Die Europäer geben sich keinen Illusionen hin, sie wissen, dass die Finanzkrise ihren Alltag erreicht hat oder erreichen wird: Ihr Lebensstandard, meinen 45 Prozent der Deutschen, 76 Prozent der Franzosen, 59 Prozent der Spanier, 58 Prozent der Italiener und 55 Prozent der Engländer, wird sich auf jeden Fall im kommenden Jahr verschlechtern.

Die komplette Umfrage erhalten Sie unter:
http://www.harrisinteractive.com/news/FTHarrisPoll/HI_FinancialTimes_HarrisPoll_November2008.pdf


Methodologie

Dieser FT/Harris Poll wurde online von Harris Interactive durchgeführt. Befragt wurden 6.257 Erwachsene (16 – 64 Jahre) in Deutschland (1.034), Frankreich (1.045), Großbritannien (1.087), Spanien (1.007) und den USA (1.032) und Personen (18 – 64 Jahre) in Italien (1.052) zwischen dem 29. Oktober und 6. November. Die Angaben wurden nach Alter, Geschlecht, Ausbildung, Region und Internetnutzung gewichtet, um sie der allgemeinen Bevölkerungsstruktur anzugleichen. Dazu wurde das Propensity-Score-Weighting angewendet, das die Wahrscheinlichkeit, mit der die Befragten Onliner sind, angemessen berücksichtigt.

Die ungewichteten Basen der Studie sind: Gesamt (6.257), Deutschland (1.034), Frankreich (1.045), Großbritannien (1.087), Italien (1.052), Spanien (1.007), und USA (1.064). Die gewichteten Basen der Studie sind: Gesamt (6.257), Deutschland (1.032), Frankreich (1.045), Großbritannien (1.087), Italien (1.052) Spanien (1.007) und USA (1.032).

Alle Stichproben und Befragungen, gleichgültig ob auf der Basis einer Zufallsstichprobe oder nicht, unterliegen mehreren möglichen Fehlerquellen, die meist nicht korrigiert oder eingeschätzt werden können. Diese können Stichprobenfehler, Abdeckungsfehler, Fehler im Zusammenhang mit unbeantworteten Fragen, Fehler der Fragestellung, der Antwortoptionen und der Gewichtung nach Abschluss der Befragung beinhalten. Harris Interactive vermeidet daher den Ausdruck „Fehlergröße“, da dieser sich als irreführend erweisen kann. Es ist lediglich möglich, verschiedene mögliche Stichprobenfehler mit verschiedenen Wahrscheinlichkeiten für reine, ungewichtete Zufallsstichproben mit einer 100%igen Beantwortungsrate zu errechnen. Dies ist jedoch nur theoretisch möglich, da Befragungen, gleich welcher Art, dieses Ideal niemals erreichen.

Die für die Umfrage befragten Personen wurden aus solchen Personen ausgewählt, die einer Befragung durch Harris Interactive zugestimmt haben. Alle Daten wurden gewichtet, um die Zusammenstellung der erwachsenen Bevölkerung der jeweiligen Länder zu reflektieren. Datentabellen sind auf Anfrage erhältlich. Diese Stellungnahme entspricht den Veröffentlichungsprinzipen des National Council on Public Polls und des British Polling Council.


Über Harris Interactive

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