Internationale Umfrage: Deutsche rechnen mit langer Rezession – aber kaum Angst vor Jobverlust
Hamburg und Rochester, N.Y. - 17. Dezember 2008 - Fast jeder dritte Deutsche glaubt nicht an ein Ende der Wirtschaftskrise in absehbarer Zeit. Ein weiteres Drittel (32 Prozent) glaubt immerhin, dass ein Ende der Talfahrt in ein bis zwei Jahren möglich sein könnte. Wie die internationale Monats-Umfrage der Financial Times und des Marktforschungsunternehmens Harris Interactive ergab, sind die Deutschen damit deutlich pessimistischer als ihre europäischen Nachbarn. Befragt wurden jeweils etwa 1.000 Bürger der fünf großen europäischen Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Italien und der USA zwischen dem 26. November und 8. Dezember.
Allerdings ist bei den Deutschen die Angst vor Arbeitsplatzverlust vergleichsweise gering. 47 Prozent glauben, dass sie von den Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt im kommenden Jahr nicht betroffen sein werden, weitere 35 Prozent halten dies für wenig wahrscheinlich. Nur sechs Prozent glauben, dass sie von Arbeitslosigkeit direkt bedroht sind. Größer schätzen die Bundesbürger die Gefahr ein, dass aus dem Freundes- oder Verwandtenkreis im kommenden Jahr jemand arbeitslos werden könnte. 43 Prozent halten dies für möglich, 30 Prozent für wahrscheinlich.
„Die Deutschen schätzen die allgemeine wirtschaftliche Lage schlechter ein als ihre persönliche Situation“, fasst Dr. Thomas Rodenhausen, Chef von Harris Interactive Deutschland, ein zentrales Umfrageergebnis zusammen. Obwohl die Finanzkrise die Realwirtschaft erreicht hat und Forschungsinstitute eine lange Rezession prognostizieren, wollen die meisten Deutschen zum Beispiel nicht am Urlaub sparen. 60 Prozent gaben an, im Urlaub im nächsten Jahr genauso viel ausgeben zu wollen wie in diesem Jahr. Nur 27 Prozent wollen auch ihre Urlaubskasse nicht verschonen.
Bei allem Gewicht, das die Bürger der durch die Finanzkrise ausgelösten Wirtschaftsflaute einräumen, so sehen sie doch auch, dass es weitere Einflüsse gab, die zu der momentanen Situation beigetragen haben. So glauben im 10. Geburtstagsjahr des Euro 83 Prozent der Bundesbürger, dass durch den Euro die Lebenshaltungskosten gestiegen sind. Nur 15 Prozent glauben dies nicht. Die Mehrheit der Befragten ist zudem unzufrieden mit der bisherigen Arbeit der Europäischen Zentralbank (EZB). 32 Prozent der Deutschen bezeichneten sie als schlecht.
Die komplette Umfrage erhalten Sie unter:
http://www.harrisinteractive.com/news/FTHarrisPoll/HI_FinancialTimes_HarrisPoll_December2008.pdf
Methodik
Dieser FT/Harris Poll wurde online von Harris Interactive durchgeführt. Befragt wurden 6.165 Erwachsene (16 – 64 Jahre) in Deutschland (1.074), Frankreich (1.034), Großbritannien (1.111), Spanien (949) und den USA (1.000) und Personen (18 – 64 Jahre) in Italien (997) zwischen dem 26. November und 8. Dezember 2008. Die Angaben wurden nach Alter, Geschlecht, Ausbildung, Region und Internetnutzung gewichtet, um sie der allgemeinen Bevölkerungsstruktur anzugleichen. Dazu wurde das Propensity-Score-Weighting angewendet, das die Wahrscheinlichkeit, mit der die Befragten Onliner sind, angemessen berücksichtigt.
Die ungewichteten Basen der Studie sind: Gesamt (6.165), Deutschland (1.074), Frankreich (1.034), Großbritannien (1.111), Italien (997), Spanien (949), und USA (1.000). Die gewichteten Basen der Studie sind: Gesamt (6.165), Deutschland (1.074), Frankreich (1.034), Großbritannien (1.111), Italien (997) Spanien (949) und USA (1.000).
Alle Stichproben und Befragungen, gleichgültig ob auf der Basis einer Zufallsstichprobe oder nicht, unterliegen mehreren möglichen Fehlerquellen, die meist nicht korrigiert oder eingeschätzt werden können. Diese können Stichprobenfehler, Abdeckungsfehler, Fehler im Zusammenhang mit unbeantworteten Fragen, Fehler der Fragestellung, der Antwortoptionen und der Gewichtung nach Abschluss der Befragung beinhalten. Harris Interactive vermeidet daher den Ausdruck „Fehlergröße“, da dieser sich als irreführend erweisen kann. Es ist lediglich möglich, verschiedene mögliche Stichprobenfehler mit verschiedenen Wahrscheinlichkeiten für reine, ungewichtete Zufallsstichproben mit einer 100%igen Beantwortungsrate zu errechnen. Dies ist jedoch nur theoretisch möglich, da Befragungen, gleich welcher Art, dieses Ideal niemals erreichen.
Die für die Umfrage befragten Personen wurden aus solchen Personen ausgewählt, die einer Befragung durch Harris Interactive zugestimmt haben. Alle Daten wurden gewichtet, um die Zusammenstellung der erwachsenen Bevölkerung der jeweiligen Länder zu reflektieren. Datentabellen sind auf Anfrage erhältlich. Diese Stellungnahme entspricht den Veröffentlichungsprinzipen des National Council on Public Polls und des British Polling Council.
Über Harris Interactive
Harris Interactive ist eines der weltweit führenden Marktforschungsinstitute in der Ad-hoc Forschung. Wir unterstützen unsere Kunden darin, Ergebnisse zu erzielen: Mit unserer langjährigen Erfahrung in der multimodalen Forschung, umfassender Methodenkenntnis und innovativem Technologieeinsatz. Harris Interactive dient Kunden in aller Welt über Niederlassungen in Nordamerika, Europa und Asien. Finden Sie mehr heraus unter
www.harrisinteractive.de oder www.harrisinteractive.com.
Kontakt