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Umfrage: Bürger empört über Bonus-Zahlungen an Bankmanager – neues Leitbild gefordert

Hamburg und Rochester, N.Y. - 25. Februar 2009 - Der Unmut der Bevölkerung über mögliche Bonus-Zahlungen in Millionenhöhe an Bankmanager inmitten der Finanzkrise wächst. 87 Prozent der Deutschen fordern eine Deckelung der Managergehälter, so das Ergebnis der aktuellen Monats-Umfrage des Marktforschungsunternehmens Harris Interactive und der Financial Times. Die Empörung über die Mitnahme-Mentalität der Banker wächst; noch vor drei Monaten waren „nur“ 80 Prozent der Befragten für eine solche Maßnahme bei den Instituten, die zudem auch noch staatliche Förderung bekommen. Auch die Bevölkerung der Nachbarländer ist mehrheitlich für eine staatlich verordnete Gehaltsbremse, ergab die Studie, für die jeweils etwa 1.000 Bürger der fünf großen europäischen Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Italien und der USA zwischen dem 28. Januar und 5. Februar 2009 befragt wurden.

Entsprechend wächst auch die Zustimmung für staatliches Eingreifen in die Wirtschaft. Waren im Oktober noch 70 Prozent der Deutschen dafür, so sind es in der Februar-Befragung bereits 75 Prozent. Für die meisten (83 Prozent) ist auch ein neues Leitbild der Banken dringend geboten, das sich mehr an ihrer traditionellen Rolle als Kreditgeber für Industrie, Mittelstand und Konsumenten orientiert als an Gewinnmaximierung.

Die Kreditinstitute haben für die Bevölkerung eindeutig den Schwarzen Peter: Für 48 Prozent der Deutschen sind sie die Hauptverursacher der Wirtschaftskrise, für weitere 37 Prozent tragen sie zumindest eine große Mitschuld. Ähnlich deutlich ist das Ergebnis in den anderen befragten europäischen Ländern. Nimmersatte Aktionäre und Börsen-Spekulanten haben fast für jeden dritten Deutschen die Hauptschuld, für ein weiteres Drittel eine große Mitschuld an der Krise. In der Hierarchie der für die Rezession Verantwortlichen folgen Politiker und Regulierungsbehörden, Häuslebauer und überschuldete Eigenheimbesitzer.

Trotz eindeutiger Schuldzuweisung wird von der Mehrheit der Bevölkerung weiter die Notwendigkeit gesehen, staatliche Maßnahmen gegen die Krise mit Steuergeldern zu finanzieren. In Deutschland wird dies von 56 Prozent der Befragten so gesehen, 39 Prozent sprachen sich dagegen aus.

Obwohl das Ansehen der Banken letztlich auch wegen der Bonus-Zahlungen weiter sinkt, ist bemerkenswerterweise das Vertrauen in die eigene Hausbank immer noch relativ groß. Lediglich 4 Prozent der Deutschen bezeichnen das Verhältnis zu ihrer Bank als sehr schlecht oder schlecht. Für 10 Prozent ist es sehr gut, für 51 Prozent gut und 34 Prozent finden es zumindest zufriedenstellend.

Diese Mitteilung ist mit Quellenangabe zur sofortigen Verwendung frei.
Die komplette Umfrage erhalten Sie bei

http://www.harrisinteractive.com/news/FTHarrisPoll/HI_FinancialTimes_HarrisPoll_February_2009_25.pdf


Methodologie

Die Umfrage wurde online von Harris Interactive durchgeführt. Befragt wurden 6.237 Erwachsene in Deutschland (1.011), Frankreich (1.011), Großbritannien (1.115), Spanien (1.023) und den USA (1.069) und Italien (1.008). Die Angaben wurden nach Alter, Geschlecht, Ausbildung, Region und Internetnutzung gewichtet, um sie der allgemeinen Bevölkerungsstruktur anzugleichen.


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