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Umfrage: Vertrauen in Politiker rapide gesunken – G20-Gipfel als Chance – Papst hat bei vielen Deutschen verspielt

7. April 2009 Hamburg/Paris - Mitten in der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise verlieren immer mehr Bürger das Vertrauen zu Politikern und Regierungschefs. Die Menschen fordern Maßnahmen gegen die Krise und sind von den Staatslenkern zunehmend enttäuscht und reagieren aufgebracht. So fielen die Popularitätswerte nahezu aller Machthaber. Ob und wieweit die Beschlüsse der Staats- und Regierungschefs auf dem G20-Gipfel in London das Vertrauen der Bürger nachhaltig wiederherstellen können, muss sich nun zeigen. Nach einer Anfang März durchgeführten Umfrage des Marktforschungsunternehmens Harris Interactive in Kooperation mit France 24 und der International Harald Tribune, wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von den Deutschen inzwischen wesentlich kritischer beurteilt als noch vor zwei Monaten. Danach verlor Merkel auf der Popularitätsskala vier Prozentpunkte. Nur noch 59 Prozent der Befragten gaben an, von ihr eine gute oder sehr gute Meinung zu haben. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy büßte bei seinen eigenen Landsleuten sogar neun Prozentpunkte ein und liegt nur noch bei 30 Prozent. Befragt wurden insgesamt 6.538 Bürger in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und den USA. Die nächste Umfrage ist für Mai geplant.

Einzig US-Präsident Barack Obama scheint seinen Vertrauensvorschuss (noch) nicht verspielt zu haben. Er ist weiterhin weltweit der beliebteste Politiker. Seine Initiative zum Abbau von Atomwaffen dürfte diese Tendenz eher noch verstärken. Verglichen mit den Umfragewerten vom Januar dieses Jahres liegt Obama mit unverändert 80 Prozent weiter an der Spitze der populärsten Machthaber, gefolgt vom Dalai Lama mit 74 Prozent (minus 3) und Angela Merkel auf Platz drei.

In der Gunst der Bürger massiv abgerutscht ist Papst Benedikt XVI. Nach der Affäre um den Holocaust-Leugner Richard Williamson hatte er es sich mit vielen Deutschen verdorben: nur noch 42 Prozent (minus 18 Prozentpunkte) gaben an, vom Papst eine hohe oder besonders hohe Meinung zu haben. Bei den Franzosen verlor Benedikt 13 Prozentpunkte, bei Amerikanern 10, Briten 5, Spaniern 8, und Italienern 6 Prozentpunkte. Da die Befragung vor der Afrika-Reise des Papstes und seinen umstrittenen Äußerungen gegen die Benutzung von Kondomen zur Aids-Prävention erfolgte, dürfte sich sein Ansehen in der Bevölkerung eher noch weiter verschlechtert haben.

Obwohl sich die Wirtschaftskrise seit der letzten Umfrage weiter verschärft hat, konnte Obama nicht nur seine Position als beliebtester Politiker halten. Er ist für die meisten auch die weltweit mächtigste und einflussreichste Person (83 Prozent), gefolgt vom russischen Präsidenten Wladimir Putin (65 Prozent), Angela Merkel (59 Prozent) und Nicolas Sarkozy (59 Prozent).

Diese Mitteilung ist mit Quellenangabe zur Verwendung frei.


Nach Quellenangabe zur Verwendung frei -Die komplette Umfrage erhalten Sie unter
http://www.harrisinteractive.fr/news/2009/Baro_worldleaders_V3_UK.pdf

Methodik

Diese Harris Interactive/France 24/ International Harald Tribune – Umfrage wurde online von Harris Interactive durchgeführt. Befragt wurden 6.538 Erwachsene (16 – 64 Jahre) in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und den USA und Personen (18 – 64 Jahre) in Italien zwischen dem 25. Februar und 3. März 2009. Die Angaben wurden nach Alter, Geschlecht, Ausbildung, Region und Internetnutzung gewichtet, um sie der allgemeinen Bevölkerungsstruktur anzugleichen.


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