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Umfrage: Angst vor Armut im Alter - Deutsche verlassen sich vor allem auf den Staat - Jeder Zweite ohne private Altersvorsorge

Hamburg und Rochester, N.Y. (27. Mai 2009) - Trotz Wirtschaftskrise und Rekordverschuldung des Bundes verlassen sich 59 Prozent der Deutschen im Alter hauptsächlich auf die gesetzliche Rente. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) haben keine zusätzliche private Altersvorsorge, ergab die aktuelle Monats-Umfrage des Marktforschungsunternehmens Harris Interactive und der Financial Times. Demnach glaubt lediglich jeder Fünfte (21 Prozent), dass der Großteil seines Einkommens im Rentenalter aus privater Vorsorge stammen wird. Befragt wurden insgesamt 6.332 Bürger der fünf großen europäischen Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien sowie der USA zwischen dem 29. April und 6. Mai 2009.

Gleichzeitig steigt die Angst vor Armut im Alter: Für 38 Prozent der Deutschen ist das Thema Altersvorsorge und Rente im vergangenen Jahr und damit seit der Wirtschaftskrise deutlich wichtiger geworden. Daran wird vermutlich auch die kürzlich von der Bundesregierung beschlossene Schutzklausel gegen Rentenkürzungen wenig ändern. Kritiker der Rentengarantie befürchten schon jetzt, dass Rentner die Schutzklausel durch künftige Nullrunden oder reduzierte Erhöhungen selbst bezahlen werden müssen. Andere sehen darin ein reines Wahlgeschenk der Bundesregierung an die Rentner, das mittelfristig zur Erhöhung des Rentenbeitragssatzes führen werde.

Genau dazu aber sind die meisten Bürger nicht bereit. Renten über niedrigere Löhne zu finanzieren, lehnen 82 Prozent der Deutschen ab und knapp neun von zehn Befragten wollen keine Steuererhöhungen dafür hinnehmen. 34 Prozent der Deutschen meinen, der Staat trage die Hauptverantwortung für die Altersvorsorge, 14 Prozent sehen vor allem sich selbst in der Pflicht und 6 Prozent die Arbeitgeber. 46 Prozent meinen hingegen, dass Bund, Bürger und Betriebe zu gleichen Teilen für eine finanzielle Absicherung im Alter Sorge tragen müssen. Immerhin plant jedoch mehr als jeder Vierte (28 Prozent), künftig mehr fürs Alter sparen zu wollen.

Die Sorge um ein gutes Leben als Rentner ist international: Auch für 59 Prozent der Amerikaner, 50 Prozent der Spanier und Franzosen, 49 Prozent der Italiener und 47 Prozent der Briten ist das Thema zunehmend wichtiger geworden. In Amerika und Großbritannien glaubt noch nicht einmal jeder Dritte, im Alter vor allem von der gesetzlichen Rente oder von staatlichen Zuwendungen leben zu können.

Dennoch - der Staat soll es richten: Kaum jeder dritte Deutsche (29 Prozent) würde für eine höhere Rente über das gesetzlich festgelegte Rentenalter hinaus länger arbeiten, 71 Prozent sind dazu nicht bereit. In Großbritannien und den USA, in denen das soziale Netz bekanntlich großmaschiger ist, würden 61 Prozent der Briten und 66 Prozent der Amerikaner notfalls auch über das Rentenalter hinaus arbeiten.


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Die komplette Umfrage erhalten Sie bei
http://www.harrisinteractive.com/harris_poll/pubs/Harris_Poll_2009_05_27.pdf

Methodologie

Die Umfrage wurde online von Harris Interactive, einem der weltweit führenden Marktforschungsinstitute, durchgeführt. Befragt wurden 6.332 Erwachsene in Deutschland (1.007), Frankreich (1.077), Großbritannien (1.126), Spanien (1.030) und den USA (1.052) und Italien (1.040). Die Angaben wurden nach Alter, Geschlecht, Ausbildung, Region und Internetnutzung gewichtet, um sie der allgemeinen Bevölkerungsstruktur anzugleichen.



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