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Umfrage: Mehrheit der Deutschen gegen direkte Griechenland-Hilfe – 40 Prozent meinen: ohne Euro wären wir besser dran

Hamburg - 26. März 2010 - Die Mehrheit der Deutschen ist gegen eine direkte Hilfe der Bundesregierung für das hoch verschuldete Griechenland. 61 Prozent sprachen sich dagegen aus und nur 20 Prozent dafür. Die Bundesbürger sind damit vergleichsweise besonders ablehnend in ihrer Haltung wie die Monats-Umfrage des Marktforschungsunternehmens Harris Interactive und der Financial Times ergab. So sind 35 Prozent der Franzosen, 40 Prozent der Italiener und 45 Prozent der Spanier für entsprechende finanzielle Hilfen. Nach dem jetzt beschlossenen Notfallplan der EU sollen Milliarden-Kredite des IWF und der Euro-Lä,nder nur im absoluten Notfall gewährt werden. Befragt wurden jeweils rund 1000 Bürger der fünf großen europäischen Länder Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien.


Die Nachwirkungen der Wirtschaftskrise und die Befürchtung, weitere Staaten könnten zu Hilfskandidaten für die Gemeinschaft werden, mag das Ergebnis der Umfrage stark beeinflusst haben. Da auf Deutschland ein Großteil der Hilfsleistungen entfallen würde, ist hier vermutlich auch die Abwehrhaltung relativ groß. Zwei von drei Deutschen (76 Prozent) lehnen es generell ab, für die Schulden eines EU-Mitgliedslandes einzustehen und beispielsweise Ausfallbürgschaften zu übernehmen. Das meinen auch 61 Prozent der Briten und 60 Prozent der Franzosen.


Die selbst zu den Problemkandidaten zählenden Länder Italien (44 Prozent) und Spanien (40 Prozent) sind da verständlicherweise etwas nachsichtiger. Daher meinen die südeuropäischen Länder auch, die Europäische Gemeinschaft sei verpflichtet, einem in finanzielle Schieflage geratenen Mitgliedsland zu helfen. Das sagen 65 Prozent der Spanier und 59 Prozent der Italiener – aber nur 46 Prozent der Franzosen, 35 Prozent der Briten und nur 32 Prozent der Deutschen.


Kaum jeder Fünfte sieht positive Auswirkungen des Euro

Der möglicherweise durch die Griechenland-Debatte ausgelöste Europa-Frust der Deutschen führt sogar dazu, dass 40 Prozent meinen, ohne den Euro besser dran zu sein. Lediglich fast jeder Fünfte (22 Prozent) meint, der Euro wirke sich positiv auf die heimische Wirtschaft aus, fast jeder Zweite (49 Prozent) sieht eher negative Einflüsse. Nur 11 Prozent glauben, der Euro habe einen positiven Einfluss auf ihren ganz persönlichen Alltag, 49 Prozent sehen eher negative Auswirkungen und 40 Prozent meinen, die Währung habe weder einen positiven noch negativen Einfluss.


Allerdings: zu einem Ausschluss Griechenlands aus der EU sollte es wegen der maroden Staatskasse nicht kommen, meinen mehrheitlich alle Bürger der befragten Länder. Aber auch hier: Fast jeder dritte Deutsche (32 Prozent) wäre für einen Ausschluss, bis das Land seine Probleme selbst gelöst hat.


Diese Mitteilung ist mit Quellenangabe zur Verwendung frei.

Methodologie

Die Umfrage wurde online von Harris Interactive, einem der weltweit führenden Marktforschungsinstitute, durchgeführt. Befragt wurden 5.207 Erwachsene in Deutschland (1.013), Frankreich (1.067), Großbritannien (1.123), Spanien (1.002) und Italien (1.002) zwischen dem 3. und 10. März 2010. Durch eine Propensity-Gewichtung werden die Angaben der Befragten an die allgemeine Bevölkerungsstruktur angepasst, so dass die Ergebnisse der Online-Befragung als repräsentativ für die Gesamtbevölkerung angesehen werden können, sowohl in Bezug auf Einstellungs- und Verhaltensmerkmale als auch auf demografische Merkmale.



Über Harris Interactive

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