Umfrage: Merkel im Ansehen gesunken – Hillary Clinton verdrängt Kanzlerin von der Spitze - Papst im Abwärtssog
26. April 2010 Hamburg/Paris – Bundeskanzlerin Angela Merkel hat weltweit an Ansehen und Vertrauen eingebüßt. In ihrem zehnjährigen Jubiläumsjahr als CDU-Chefin büßte sie bei ihren Popularitätswerten weltweit 5 Prozentpunkte und bei den Deutschen sogar 9 Prozentpunkte ein. Nur noch 54 Prozent der Bundesbürger sagten, sie hätten eine gute oder sehr gute Meinung von der Politikerin. Im November 2009 waren noch 63 Prozent dieser Meinung. Nach einer Anfang April durchgeführten Umfrage des Marktforschungsunternehmens Harris Interactive in Kooperation mit France 24 und der International Harald Tribune, ist US-Präsident Barack Obama weltweit der beliebteste Politiker, gefolgt vom Dalai Lama, US-Außenministerin Hillary Clinton und Angela Merkel. Befragt wurden jeweils mehr als 1000 Bürger in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und den USA.
Besonders in Großbritannien sank Merkels Stern (minus 10 Prozent). Die Franzosen halten den CDU-Politikern hingegen mit 71 Prozent unvermindert die Treue. Im Ranking hat die amerikanische Außenministerin Clinton die Kanzlerin von ihrem bisherigen dritten Platz auf den vierten Patz verdrängt. Besonders bei den sozialen Sympathiefaktoren punktet Clinton.
Clinton charismatischer als Merkel
So halten 60 Prozent der Befragten Hillary Clinton für charismatisch, aber nur 46 Prozent die Kanzlerin. Bürgernah ist die Amerikanerin für 56 Prozent, Merkel kommt hier nur auf 48 Prozent. Fast drei von vier Befragten (73 Prozent) halten Clinton für dynamisch, aber nur 56 Prozent sagen dies auch über Angela Merkel.
Obama bei den Deutschen beliebter als im eigenen Land
US-Präsident Barack Obama konnte insgesamt wieder etwas an Boden gut machen und liegt jetzt auf 77 Prozent (plus 1 Prozent). Dabei ist Obama, der weltweit für 90 Prozent auch der charismatischste Politiker ist, in Deutschland mit 81 Prozent sogar beliebter als bei den eigenen Landsleuten (57 Prozent). Dort liegt er nun gleichauf mit seiner Außenministerin Clinton, die mit 57 Prozent genauso populär ist wie er.
Bürger vom Papst enttäuscht
Regelrecht abgestürzt sind die Werte von Papst Benedikt XVI. Sie sanken um 7 Prozentpunkte auf nur noch 36 Prozent. Zwar wurde nicht nach den Gründen gefragt, doch der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche mag mit dazu beigetragen haben. Zu den Verlierern gehört aber auch Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy, der sowohl im eigenen Land (minus 3 Prozentpunkte) als auch bei den Deutschen (minus 4 Prozentpunkte) verlor.
Diese Mitteilung ist mit Quellenangabe zur Verwendung frei. Die komplette Umfrage erhalten Sie unter
http://www.harrisinteractive.fr/news/2009/baro_worldleaders_V5_UK_final.pdf
Methodologie
Diese Harris Interactive/France 24/ International Harald Tribune – Umfrage wurde online von Harris Interactive durchgeführt. Befragt wurden 6.135 Erwachsene (16 – 64 Jahre) in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und den USA und Personen (18 – 64 Jahre) in Italien zwischen dem 31. März und dem 12. April 2010. Durch eine Propensity-Gewichtung werden die Angaben der Befragten an die allgemeine Bevölkerungsstruktur angepasst, so dass die Ergebnisse der Online-Befragung als repräsentativ für die Gesamtbevölkerung angesehen werden können, sowohl in Bezug auf Einstellungs- und Verhaltensmerkmale als auch auf demografische Merkmale.
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