Umfrage: 65 Prozent der Deutschen lehnen Steuererhöhung zur Haushaltssanierung ab – Mehrheit für Bankensteuer als Krisenbeitrag – Angst um die Rente
Hamburg und Rochester, New York - 21. Mai 2010 - 65 Prozent der Deutschen lehnen eine Steuererhöhung zur Haushaltssanierung ab. Lediglich 16 Prozent der Bundesbürger sind dazu bereit - in der Hoffnung, die hohe Staatsverschuldung damit etwas eindämmen zu k&öuml;nnen. Grundsätzlich glauben 43 Prozent der Deutschen, dass die Bundesregierung die Schulden in absehbarer Zeit in den Griff bekommen wird. Die meisten machen sich aber keine Illusionen darüber, dass massive Abstriche bei den Sozialleistungen des Staates bevorstehen. Wie die Monats-Umfrage des Marktforschungsunternehmens Harris Interactive und der Financial Times ergab, sind die Deutschen im internationalen Vergleich noch verhältnismäßig gelassen in der Bewertung der hohen Staatsverschuldung. Befragt wurden jeweils rund 1000 Bürger der fünf großen europäischen Länder Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und der USA.
So glauben zum Beispiel 53 Prozent der Franzosen und 46 Prozent der Briten nicht, dass ihre Regierung die hohen Schulden in den nächsten Jahren merklich abbauen können wird. In Deutschland zweifeln daran hingegen „nur“ 28 Prozent. Einigkeit herrscht in einem Punkt: Mehrheitlich lehnen die Befragten aller Länder Steuererhöhungen zur Sanierung der Haushalte ab.
Angst um Renten und Sozialleistungen
Von allen Ländern ist in Deutschland die Angst um die Renten allerdings am größten. 58 Prozent der Befragten glauben nicht, dass der Staat weiterhin in der Lage sein wird, angemessene Renten zu zahlen. Auch 48 Prozent der Briten und 36 Prozent der Amerikaner haben diese Sorge. Fast jeder dritte Deutsche (30 Prozent) sieht die finanzielle Unterstützung für Arbeitslose in Gefahr und fast drei von vier Befragten (70 Prozent) glauben, dass noch stärker bei Bildungsausgaben gespart werden wird. Auch das Gesundheitssystem wird nach Ansicht von 75 Prozent der Deutschen kaum noch so aufrecht zu erhalten sein wie bisher.
Banken stärker in die Pflicht nehmen
Unter allen befragten Ländern ist die Zustimmung zu einer wie immer ausgestalteten Pflichtabgabe für Banken in Deutschland am größten: 69 Prozent sprechen sich für eine internationale Bankensteuer aus. Ob Finanztransaktionssteuer oder Finanzaktivitätssteuer - die Bevölkerung verlangt auf jeden Fall eine größere finanzielle Beteiligung der Banken an den Folgekosten der Krise. Nur 12 Prozent sprechen sich gegen eine solche Maßnahme aus.
Diese Mitteilung ist mit Quellenangabe zur Verwendung frei. Die komplette Umfrage erhalten Sie unter
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Methodologie
Die Umfrage wurde online von Harris Interactive, einem der weltweit führenden Marktforschungsinstitute, durchgeführt. Befragt wurden 6.318 Erwachsene in Deutschland (1.040), Frankreich (1.035), Großbritannien (1.124), Spanien (1.001), Italien (1.046) und den USA (1.072) zwischen dem 27. April und 4. Mai 2010. Durch eine Propensity-Gewichtung werden die Angaben der Befragten an die allgemeine Bevölkerungsstruktur angepasst, so dass die Ergebnisse der Online-Befragung als repräsentativ für die Gesamtbevölkerung angesehen werden können, sowohl in Bezug auf Einstellungs- und Verhaltensmerkmale als auch auf demografische Merkmale.
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